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Auszug - Elterninitiative "Inklusive Wohngemeinschaft Hemmingen" - Konzeptpräsentation  

17. Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend, Senioren und Integration
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Bildung, Familie, Jugend, Senioren und Integration Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 20.11.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 21:18 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal
Ort: Rathaus, Rathausplatz 1, 30966 Hemmingen
424/2019 Elterninitiative "Inklusive Wohngemeinschaft Hemmingen" - Konzeptpräsentation
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsdrucksache
Federführend:Fachbereich 4 - Generationen und Bildung   
 
Wortprotokoll

Herr Beismann begrüßt Frau Behrmann und Herrn Raub von der Initiative. Herr Raub präsentiert das dem Protokoll beigefügte Ideenkonzept. Dieses behandelt die Frage was passiert, wenn junge Hemminger mit Unterstützungsbedarf ausziehen wollen. Es soll ermöglicht werden, dass Hemmingen der Lebensmittelpunkt bleibt. Es soll auch eine Chance für weitere junge Hemminger mit Unterstützungsbedarf werden. Das Motto ist Hemminger machen etwas für Hemminger und Hemmingen. Aufgrund vieler verschiedener möglicher Handicaps ist es schwierig, geeigneten Wohnraum zu finden. Es werden größere Flächen benötigt, bspw. in Bezug auf Pflegebäder, Türbreiten, Barrierefreiheit etc. Normale Wohnungen sind meist nicht geeignet. Bei vergleichbaren Projekten in der Region Hannover gibt es keine Leerstände. Insbesondere soll sich das Projekt an Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf richten, die eine „Rund-um-die-Uhr“-Betreuung benötigen. Es soll ein möglichst selbstbestimmtes Wohnen ermöglicht werden. Hundertprozentige Eigenständigkeit gibt es natürlich nicht. Ab 2020 fixiert das Bundesteilhabegesetz ein Recht auf Teilhabe, auch für Menschen mit Behinderung im Bereich Wohnen. Die Eltern wünschen sich, dass das Wohnen trotzdem in ihrer Nähe stattfindet, da die meisten die gesetzlichen Betreuer/innen ihrer Kinder sind. Die Initiative wird versuchen, einen Investor für das Projekt zu finden. Sie bittet darum, dass die Stadt an das Projekt denkt, wenn sich eine passende Möglichkeit in der Verwaltung ergibt, etwa wenn eine passende Immobilie plötzlich frei wird. Eventuell soll auch ein Förderverein gegründet werden, da das Projekt etwas langfristiges sein soll.

Herr Hatje findet das Vorhaben gut. Er möchte wissen, ob es schon Ideen zur Trägerschaft gibt und ob es auch denkbar wäre zu bauen, da es schwierig wird eine Bestandsimmobilie zu finden. Außerdem fragt er nach einem Zeitplan und Meilensteinen. Frau Behrmann antwortet, dass die eigenen Kinder langsam erwachsen werden und eine zeitnahe Umsetzung wünschenswert ist. Es gab schon Gespräche mit den Johannitern und der Gesellschaft für integrative Sozialdienste (GIS). Die machen so etwas schon, mit den einzelnen Bewohner/innen würden individuelle Verträge über die Pflege abgeschlossen. Herr Raub ergänzt, dass es in der Region Hannover vergleichbare Projekte gibt. Die Vernetzung muss noch verstärkt werden.

Frau Heise erkundigt sich, ob auch Ortsteile in Frage kommen. Frau Behrmann bejaht dies grundsätzlich. Allerdings wäre der Anschluss an den ÖPNV wünschenswert. Bahnen sind hier besser als Busse, da im Bus nur ein/e Rollstuhlfahrer/in mitgenommen werden kann. Außerdem muss auch das Pflegepersonal hin- und herkommen. Es gibt Nachtwache und Schichtdienste. Durch die Pflegeversicherung ist dies aber gut zu organisieren und zu finanzieren. Das geht aber nur mit einer gewissen Mindestanzahl an Bewohner/innen.

Frau Heise fragt an, ob jede/r Bewohner/in ein eigenes Zimmer haben wird. Frau Behrmann bestätigt dies. Dazu kommen Gemeinschaftsräume, eine Küche, Mitarbeiterräume und ein großes Pflegebad. Das Außengelände muss nicht riesengroß sein aber Platz für Behindertenparkplätze bieten.

Herr Konze möchte wissen, welche Erwartungen in finanzieller Hinsicht an die Stadt gestellt werden und ob erwartet wird, dass die Stadt in das Projekt einsteigt. Herr Raub teilt mit, dass es nicht um eine Finanzierung geht. Wenn ein geeigneter Investor gefunden wird, ist das kein Problem. Die Mieteinnahmen sind durch die Grundsicherung gesichert, die NBank gibt vergünstigte Kredite. Ob es sich bei dem Investor um die Stadt oder eine andere geeignete Person handelt, ist für die Initiative unerheblich.

Herr Konze erkundigt sich nach konkreten Beispielen. Frau Behrmann berichtet von einer Wohngruppe in der LH Hannover, bei der eine Wohnungsbaugenossenschaft gebaut hat und welche durch die GIS betrieben wird.

Herr Beismann unterbricht die Sitzung um 19:56 Uhr für eine Anmerkung aus dem Zuschauerraum. Die Sitzung geht um 19:57 Uhr weiter.

Herr Worat möchte wissen, ob die Immobilie nur für die Wohngruppe sein soll, oder ob bei entsprechender Größe auch eine zusätzliche Fremdnutzung, etwa durch Praxen, Geschäfte oder Studentenwohnen, möglich ist. Frau Behrmann würde das begrüßen. Schön wäre auch Generationenwohnen. Es kommt aber auch auf den Investor an.

Herr Ney lobt die Initiative. Die Stadt muss sich den Flächennutzungsplan angucken, ob es einen Bereich gibt, der für das Projekt in Frage kommt. Das ist die für die Stadt denkbare Unterstützungsebene. Er geht von einem Wohnraumbedarf in Höhe von 400-500 qm aus. Fast alle freien Träger bieten so etwas an. Frau Seiler schließt sich dem Lob an.

Herr Beismann fragt nach ersten Ideen für den Standort. Frau Behrmann teilt mit, dass aufgrund des gewünschten Anschluss an die Stadtbahn die Fläche 60 gut wäre. Herr Beismann stimmt dem grundsätzlich zu, sieht die Nutzung der Fläche aber kritisch. Er bittet die Initiative auf die Stadt zuzukommen, wenn sich Möglichkeiten auftun wo die Stadt helfen kann.

Herr Beismann unterbricht die Sitzung um 20:07 Uhr, weil Zuschauer den Saal verlassen. Die Sitzung geht um 20:08 Uhr weiter.