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Auszug - Neubau Feuerwehrgerätehaus Hemmingen-Westerfeld/Wilkenburg: Vorstellung Vorentwurf  

11. Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz
TOP: Ö 7
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 20.05.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 20:41 Anlass: Sitzung
Raum: Forum der Carl-Friedrich-Gauß-Schule (KGS)
Ort: KGS Hemmingen, Hohe Bünte 4, 30966 Hemmingen
496/2020 Neubau Feuerwehrgerätehaus Hemmingen-Westerfeld/Wilkenburg: Vorstellung Vorentwurf
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussdrucksache
Federführend:Abteilung 3.65 - Gebäudewirtschaft   
 
Wortprotokoll

Frau Wnendt ruft den nächsten Tagesordnungspunkt auf und übergibt das Wort an den Architekten Harald Kiefer.

 

Herr Kiefer stellt daraufhin den anwesenden Teil des Planungsteams vor. Den Landschaftsarchitekten Herrn Diekmann, die Herren Rabe und Hagedorn, zuständig für die Planung der Haustechnik und den Energieberater Herrn Bremer.

 

Anschließend fasst er die vor Planungsbeginn geführte Standortdiskussion zusammen und stellt heraus, dass der gewählte Standort hinsichtlich seiner zentralen Lage und der damit verbundenen schnellen Ausrückmöglichkeit gut gewählt ist.

 

Er berichtet von dem jetzigen Stand des zu bebauenden Grundstücks, das 9.600m² groß ist und derzeit als landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Erschlossen ist das Grundstück über die Stichstraße zum Lidlmarkt. Weiterhin kündigt er an, dass sich das Planungsbüro mit zwei verschiedenen Bauweisen beschäftigt hat, zum einen mit einer Massivbauweise, zum anderen mit einer Holzbauweise.

 

Anschließend übergibt er das Wort an Herrn Diekmann.

Dieser erzählt von den Problematiken des Grundstückes hinsichtlich der Hochwassersituation und von den planerischen Gegenmaßnahmen. Zur hochwasserfreien Erschließung muss das Gelände um 1m aufgeschüttet werden, auf dem Gelände wird es daher ein Gefälle von 2,5% - 4% geben.

 

Die Außenanlagen liegen eng um das mittig im Grundstück gelegene Gebäude und gewähren somit eine vollständige Umfahrung. Das rote Passepartout stellt einen fußufigen Erschließungsbereich dar und soll als optische Trennung zum eigentlichen Fahrbereich gedacht sein. Der Übungsbereich ist so geplant, dass öffentlichkeitswirksam geübt werden kann.

 

Im Anschluss an die Vorstellung der Außenanlagen berichtet Herr Kiefer von der geplanten Funktionsweise des Gebäudes. Er stellt heraus, dass der Haupteingang mittig vom Gebäude platziert ist und dass ein Nebeneingang von den Alarmstellplätzen zügig erreicht werden kann.

Der für 120 Personen ausgelegte Übungsraum ist mit einer angeschlossenen Küche und Theke versehen. An den für 40 Personen ausgelegten Räumen der Kinder und Jugendfeuerwehr schließen sich die Verwaltungsräumlichkeiten, sowie das Stuhllager an.

Der Stabsraum ist getrennt von den anderen Räumlichkeiten zentral gelegen aber isoliert, lediglich der Funkraum grenzt an diesen.

 

Die Fahrzeughalle ist mit 10 Stellplätzen nach den Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse geplant, mit dieser abgestimmt und mit einem Lagerplatz versehen.

 

Die Umkleiden bieten Platz für 123 Herren und 24 Damen. Die Umkleidebereiche sind mit getrennten Duschen ausgestattet. Ebenso auf der Seite der Fahrzeughalle finden sich die Werkstätten und die übrigen Funktionsräume des Gerätehauses.

 

Zu Beginn der Machbarkeitsstudie wurde der Massivbau als alternativlos angesehen. Überlegungen zur Einsparung von CO2 haben dann jedoch auch die Holzrahmenbauweise nahegelegt.

 

Die Kosten des Baus des Feuerwehrgerätehauses in Massivbauweise betragen nach jetzigem Planungsstand etwa 9,5 Millionen €

 

Im Anschluss berichtet Herr Kiefer von der Holzbauweise, hier ist wichtig, zu erwähnen, dass es keine nennenswerten Änderungen in den Funktions- oder Sozialräumen der Feuerwehr gibt. Lediglich die, die Fahrzeughalle umfassende Brandschutzwand fällt im Holzbau dünner aus. Allerdings würde hier ein 1,4 Meter hoher Anprallschutz aus Beton gefertigt werden.

 

Die Kosten für den Bau in Holzbauweise betragen nach jetzigem Planungsstand etwa 9,95 Millionen €.

 

Herr Kiefer übergibt dann das Wort an Herrn Rabe. Dieser berichtet, dass ein richtig gebautes Haus, egal ob in Holzbauweise oder in Massivbauweise gefertigt, heute weniger energieaufwendig ist.

 

Mithin berichtet er, dass das Konzept zur Wärmeversorgung bei beiden Bauweisen gleich ist: An wenigen Tagen im Jahr muss viel geheizt werden, im Sommer wird nur eine geringe Grundlast an Energie benötigt.

Die Feuerwehr birgt mithin die Besonderheit, dass das Gerätehaus meistens nicht in Verwendung ist, binnen kurzer Zeit aber einen hohen Energiebedarf hat. Der kurzfristige Energiebedarf wird durch einen Gaskessel gedeckt.

 

Zur Energiegewinnung vor Ort wird eine PV-Anlage mit einer Gesamtfläche von 400m² mit einer Leistung von ca. 75 77kW-Peak geplant. Ziel ist es, dass bis zu 60% des Eigenbedarfs selbst hergestellt werden können. Dadurch lassen sich ca. 45 48 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Gerechnet auf die geplanten 20 Jahre Laufzeit der PV-Anlage lassen sich ca. 1.000 Tonnen CO2 einsparen.

 

Im Anschluss an die Haustechnik berichtet Herr Bremer von den übrigen energierelevanten Themen.

 

Gemäß der Ökobilanzmethode wird der Energiebedarf für die Herstellung, die Unterhaltung und den Rückbau eines Gebäudes betrachtet. Der Bau des Gerätehauses in Massivbauweise würde demnach etwa 1.500 Tonnen CO2 Äquivalent verbrauchen, die Holzbauweise lediglich 748 Tonnen. Allerdings ist der wesentliche Unterschied tatsächlich die Herstellung des Baus, die Unterschiede im Bereich von Heizwärme und Strom sind dagegen eher marginal.

 

Abschließend fasst Herr Kiefer zusammen, dass auch die Massivbauweise eine Art Mischbau ist, da auch dieses Gebäude mit einer Holzverschalung versehen wird. Das äere Erscheinungsbild würde sich sehr ähneln.

 

Frau Wnendt teilt anschließend mit, dass es vorher bereits Gespräche mit der Feuerwehr gab und diese mit beiden Varianten sehr gut leben kann. Danach übergibt sie das Wort an Herrn Schacht.

Dieser gibt an, dass er die 9,5 9,95 Millionen Euro zwar als sehr große Investition ansieht, aber auch zu bedenken gibt, dass man einen solchen Bau nicht mit Privatbauten vergleichen kann.

 

Im Anschluss erteilt Frau Wnendt dem Ausschuss das Wort.

 

Herr Fahlbusch berichtet, dass sich die SPD mit der Vorlage beschäftigt hat und die Kostensteigerung zur Kenntnis nimmt. Klar ist, dass die derzeitige Situation verbessert werden muss und eine Investition hierfür notwendig ist. Zwar präferiert die SPD die Massivbauweise, die gehörten Informationen müssen aber nochmal in der Fraktion verarbeitet werden.

 

Herr Baxmann gibt an, dass sich auch die CDU mit der Vorlage beschäftigt hat und ebenfalls die Massivbauweise bevorzugt. Er geht davon aus, dass die 500.000,- € Mehrkosten zur CO2 Einsparung in andere Projekte investiert werden könnten um eine größere Einsparung zu erzielen. Die abschließende Entscheidung liege aber in der Fraktion. Er bittet die Präsentation zu erhalten. Frau Bösche sagt den Versand der Präsentation zu.

 

Herr Dr. Falke schließt sich Herrn Baxmann an. Er schlägt vor, einen Teil der Mehrkosten in andere Maßnahmen zu investieren und ansonsten den Bau in Massivbauweise zu verfolgen. Weiterhin stellt er die Frage, warum eine Luftwärmepumpe und nicht eine Erdwärmepumpe geplant wurde. Herr Diekmann antwortet hierauf, dass eine Erdwärmepumpe bei kalten Tagen zwar effektiver ist, die klimatischen Verhältnisse hier eine Erdwärmepumpe nur selten begünstigen. Mithin übersteigen die Kosten einer Erdwärmepumpe die einer Luftwärmepumpe enorm.

 

Herr Akbulut lobt, dass die Holzrahmenbauweise berücksichtigt wurde und gibt an, dass die Grünen dem Neubau in Holzrahmenbauweise zustimmen würden. Die 500.000,- Euro sind auf die 50 Jahre geplanter Nutzungsdauer nicht sehr hoch, allerdings hinsichtlich der aktuellen Haushaltslage nicht zu vernachlässigen.

 

Anschließend stellt er die Frage nach einem möglichen Gründach.

Herr Kiefer gibt an, dass es dieses geben wird, man darauf in der Präsentation aber nicht näher eingegangen ist.

 

Weiterhin fragt er, ob auch die Zufahrten zum Gerätehaus über dem HQ100 liegen.

Hier gibt Herr Kiefer an, dass die Höhe des Stichweges nicht veränderbar ist und daher die Zufahrten nicht in Gänze außerhalb des HQ100 liegen. Soweit es aber möglich ist, wurden die Zufahrten in Abstimmung mit der Region Hannover, außerhalb des Hochwassers gebaut.

 

Herr Akbulut fragt zudem, ob die Aufschüttung des Grundstückes bei den Kosten für die Außenanlagen bereits vorgesehen seien.

Herr Kiefer gibt daraufhin die Kosten mit ca. 317.000,- € an, die Teil der Kosten im jetzigen Planungstand sind.

 

Herr Akbulut fragt wie sich die Mehrflächen von 125m² im Vergleich zur Machbarkeitsstudie ergeben.

Herr Kiefer gibt an, dass die Anpassung der Fahrzeughalle, eine größere Gestaltung der Umkleiden, sowie einige Flächenverschiebungen in den Technikräumen diese Vergrößerung ergeben haben.

 

Letztlich fragt Herr Akbulut nach dem Sachstand des B-Plans.

Herr Schedler erörtert, dass das B-Planverfahren parallel stattfindet und derzeit der Umweltbericht erstellt wird. Hierfür sind aber mehrere Begehungen im Laufe des Jahres notwendig und die letzte Begehung findet Ende des Jahres statt. Er geht davon aus, dass nach jetzigem Zeitplan, der B-Plan Ende des Jahres fertiggestellt ist.

 

Frau Patzke fragt, ob die Feuerwehr im Fall eines HQ100 Hochwassers das Gerätehaus auch verlassen kann.

Hierzu gibt Herr Kiefer an, dass die Feuerwehr das Gelände wird verlassen können. Die Situation vor Ort sei nicht ideal, aber machbar.

 

Weiterhin fragt sie, ob der durch die Verdichtung der Baufläche negative Einfluss auf die Hochwassersituation berücksichtigt wird und was der entsprechende Ausgleich kosten würde.

Herr Schedler antwortet, dass dieser Einfluss berücksichtigt wird und verhindert werden wird, dass durch diese Baumaßnahmen Dritte gefährdet werden. Die Kosten können jedoch nicht genau beziffert werden. Klar ist aber, dass ca. 6.000m³ wasserrechtlicher Ausgleich geschaffen werden muss und hierfür vermutlich eine sechsstellige Summe aufgebracht werden muss.

 

Herr Bertram ergänzt, dass die Hochwasserproblematik bei der Standortdiskussion ausreichend behandelt wurde.

 

Herr Baxmann merkt an, dass er es begrüßen würde, wenn der abgefahrene Mutterboden zur Flurbereinigung im Stadtgebiet Verwendung findet.

Herr Schedler gibt an, dass es hierfür bereits erste Gespräche mit der Landwirtschaft gegeben hat.

 

Frau Wnendt fragt an, ob es Innenflächenveränderungen zwischen der Holzbauweise und Massivbauweise gibt.

Herr Kiefer gibt an, dass dem so ist, es hierfür aber keine genauen Berechnungen gibt, da die Veränderungen nur marginal sind.

 

Frau Wnendt fasst daraufhin zusammen, dass die Informationen von den Fraktionen noch beraten werden müssen. Sie schlägt daraufhin vor, die Vorlage als behandelt zu betrachten.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 2020_05_20_Vorplanung_Feuerwehrhaus_Hemmingen_Westerfeld_Wilkenburg (69697 KB)