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Vorlage - 236/2018  

Betreff: Aktualisierung der Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz in Hemmingen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussdrucksache
Federführend:Abteilung 3.60 - Bauverwaltung, Stadtplanung und Stadtgrün   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt Vorberatung
12.04.2018 
11. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ungeändert beschlossen   
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Verwaltungsausschuss Vorberatung
Rat der Stadt Hemmingen Entscheidung
07.06.2018 
13. Sitzung des Rates der Stadt Hemmingen geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

1. Der Rat nimmt die Inhalte der aktualisierten Machbarkeitsstudie zur Kenntnis.

 

2. Aufgrund der weitreichenden städtebaulichen und finanziellen Auswirkungen kann sich der     

    Beschluss über das weitere Vorgehen nur aus der Beratung ergeben.

3. Ein abschließender Beschluss über das weitere Vorgehen soll bis zum 07.06.18 

   (Ratssitzung) erfolgen..

 


Sachverhalt:

Die aktualisierte Machbarkeitsstudie zum baulichen Hochwasserschutz in Hemmingen liegt vor.

Neben der Vorstellung der wesentlichen Inhalte dieser Aktualisierung hat die Vorlage das Ziel, aufgrund dieses extrem komplexen und für die Stadt Hemmingen bedeutsamen Sachverhalts einen Abwägungs-, Diskussions-und Entscheidungsprozess einzuleiten, der in eine Beschlussfassung über das weitere Vorgehen möglichst in der Sitzung des Rates der Stadt Hemmingen am 07.06.18 mündet.

Ursächlich für die Aktualisierung war eine vom NLWKN 2016 in Auftrag gegebene Modifizierung des Berechnungsmodells des HQ100 der Leine im Bereich Pegel Koldingen, welches insbesondere Bodenrauhheit, Bewuchs und die damit verbundenen Abflussverhältnisse berücksichtigte.

Da davon auszugehen war, dass die Anwendung dieses Berechnungsmodells auch deutliche Auswirkungen auf den Verlauf des Hochwasser im Bereich Hemmingen haben würde, wurde 2016 das geplante Scoping im Vorgriff auf die anstehende Entwurfsplanung für die Hochwasserschutzplanung der Stadt Hemmingen gestoppt und das Büro STADT-LAND-FLUSS beauftragt, das Modell auch auf den Bereich Hemmingen anzuwenden und die Auswirkungen neu zu berechnen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei diesem (realitätsnaheren) Modell im Falle eines HQ100 nunmehr auch Überschwemmungen im Bereich der Ortslage Wilkenburg und in Teilen der östlichen Ortslage Arnums erfolgen würden. Für Hemmingen-Westerfeld ergab sich eine leichte Rückläufigkeit.

Um noch genauere Erkenntnisse zu gewinnen, wurden daraufhin auch die erstmalig vorliegenden Scannerdaten in die Berechnungen miteinbezogen, so dass nunmehr ein sehr genaues Höhenbild vorliegt.

Im Wesentlichen haben sich die vorgenannten Erkenntnisse bestätigt. Dazugekommen sind eine Überschwemmungsproblematik im Bereich Harkenbleck (Steinbrink, Maschweg) und eine Beschränkung der Gefährdung der Ortslage Arnum auf den Bereich Campingplatz.

Insgesamt hat die Neuberechnung ergeben, dass die ursprüngliche Machbarkeitsstudie und die daraus resultierende Variantenplanung keinen ausreichenden Schutz vor dem HQ100 geboten hätten.

Mit der Überarbeitung der Machbarkeitsstudie wurden wieder die Büros bpr und STADT-LAND-FLUSS beauftragt.

Die nun vorliegende erweiterte Machbarkeitsstudie sieht nunmehr eine Deichlinie von Hemmingen-Westerfeld (B3/ Klewertweg) bis Wilkenburg (Riehefeld) sowie Deichlinien in Arnum entlang des Campingplatzes sowie im Bereich Harkenbleck (westlich Steinbrink/ Maschweg) vor. Im Bereich Sundern gibt es zudem eine Variantendifferenzierung mit und ohne Polderbewirtschaftung. Die Inhalte der aktualisierten Machbarkeitsstudie wurden in einem ersten Informationstermin dem NLWKN und der Unteren Wasserbehörde am 01.03.18 vorgestellt.

Die erhebliche Verlängerung der Deichlinie verursacht eine deutliche Erhöhung der Kosten (in den Maximalvarianten von ca. 9,3 Mio. Euro auf ca. 19,5 Mio. Euro), wobei eine prozentuale Kostensteigerung berücksichtigt wurde. Die Vorteile, die mit einer Realisierung verbunden wären, wären die Möglichkeit, einen Deichverband zur Unterhaltung zu gründen, eine Entlassung aus dem Überschwemmungsgebiet, ein städtebauliches Entwicklungspotential, eine im Optimalfall 70%ge Kostenbeteiligung des Landes, sowie ein Entfall etwaiger Evakuierungsmaßnahmen bei einem im HQ100-Ereignis.

Aufgrund der v.g. Verdopplung der Kosten ist es aber sinnvoll, sich vor Weiterführung der Planung  nochmals alle potentiellen Varianten vor Augen zu führen, wie mit der Hochwassergefahr für Hemmingen umgegangen werden kann. Dabei ergeben sich grundsätzlich folgende zumindest theoretisch denkbare Ansätze:

 

A) Fortführung der Hochwasserschutzplanung zur Realisierung eines geförderten baulichen Hochwasserschutzes             

B) Prüfung und ggf. Realisierung eines soliden Grundschutzes

C) Verzicht auf einen baulichen Hochwasserschutz zugunsten einzelner Objektschutz- und Organisationsmaßnahmen (i.S. des Katastrophenschutzes)

Während die Inhalte und Konsequenzen der Variante A aufgrund der vorliegenden überarbeiteten Machbarkeitsstudie bekannt sind, bedarf die Variante B weitergehender Untersuchungen und Berechnungen. Auch für die Variante C wären weitere Planungen erforderlich, die allerdings teilweise bereits in den Planungen zur Variante B enthalten sind. (So ergeben sich beispielsweise aus der Variante B Einzelobjekte, für die ein entsprechender Objektschutz konzipiert werden müsste.)

 

Grundsätzlich sind mit der Variante B Überlegungen verbunden, wie man einerseits eine spürbare Kostenreduzierung aufgrund einer nicht deichgesetzkonformen Maßnahme (z.B. Verzicht auf Freiborde, Deichverteidigungswege, etc.) und andererseits aber eine möglichst wirksame Schutzeinrichtung erzielen kann. „Solide“ bedeutet dabei, dass die Schutzwirkung zwar möglichst hoch sein soll, aber auch unterhalb des Bemessungshochwassers HQ 100 liegen kann. Dafür ist es wichtig zu ermitteln, bei welchen Hochwasserereignissen (HQ< HQ100) signifikante Veränderungen eintreten.

Aktuell wird geprüft, ob ggf. auch eine Förderung von Maßnahmen unterhalb der HQ100-Schwelle möglich ist.

Die Beauftragung der Prüfung der Variante B würde entsprechend über eine separate nichtöffentliche Beschlussvorlage des Verwaltungsausschusses erfolgen. Die Kosten einer derartigen Planung liegen bei ca. 35.000,- Euro (Brutto). Haushaltsmittel sind über Haushaltsreste vorhanden.

Als Anlage 1 zur Vorlage ist eine Zusammenfassung der Aktualisierung der Machbarkeitsstudie sowie ein Ausblick über das weitere Vorgehen beigefügt Die vollständige aktualisierte Machbarkeitsstudie wird auf der Homepage veröffentlicht..

 


Weitere Angaben:

Aus dem Beschlussvorschlag ergeben sich finanzwirtschaftliche Auswirkungen (Erträge, Aufwendungen, Investitionskosten) unmittelbar auf den Haushalt der Stadt Hemmingen:

Ja:

 

Nein:

 

Produktkonto:

 

Investitionsmaßnahme Nr.:

 

 

 

Haushaltsjahr

2018

Haushaltsjahr

2019

Haushaltsjahr

2020

Haushaltsjahr

2021

Ergebnishaushalt:

 

 

 

 

Ansatz Erträge [€]

 

 

 

 

Ansatz Aufwendungen[€]

 

 

 

 

Mehrbetrag (+)/ Minderbetrag (-) bei

 

 

 

 

Erträgen [€]

 

 

 

 

Aufwendungen [€]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Investitionstätigkeit:

 

 

 

 

Ansatz Einzahlungen [€]

 

 

 

 

Ansatz Auszahlungen [€]

 

 

 

 

Mehrbetrag (+)/ Minderbetrag (-) bei

 

 

 

 

Einzahlungen [€]

 

 

 

 

Auszahlungen [€]

 

 

 

 

 

 


Anlage(n):

Anlage 1: Aktualisierung der  Machbarkeitsstudie – Vorstellung der wesentlichen Ergebnisse

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Aktualisierung der Machbarkeitsstudie- Vorstellung der wesentlichen Ergebnisse (22933 KB)      
Stammbaum:
236/2018   Aktualisierung der Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz in Hemmingen   Abteilung 3.60 - Bauverwaltung, Stadtplanung und Stadtgrün   Beschlussdrucksache
236/2018-1   Aktualisierung der Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz in Hemmingen; Interfraktioneller Antrag   Service 1.11 - Zentrale Dienste   Antrag