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Ratsinformationssystem

Vorlage - 324/2018  

Betreff: Beleuchtung Radweg B 3 (Arnum - Hemmingen-Westerfeld)
Erfahrungsbericht Solarleuchten und weiteres Vorgehen
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsdrucksache
Federführend:Abteilung 3.66 - Tiefbau   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt Kenntnisnahme
15.11.2018 
18. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sachverhalt:

Der straßenbegleitende Radweg im Zuge der B 3 zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld ist ein Hauptalltagsradweg. Allerdings ist die Nutzung nachts, durch die blendenden Scheinwerfer der Autos, stark eingeschränkt, da die Radwegoberfläche, auch trotz der Beleuchtung der Fahrräder, schlecht sichtbar ist.

 

Die Installation einer Straßenbeleuchtung entlang des Radweges war jedoch schwierig, da östlich des Radweges zahlreiche große Straßenbäume eine unterirdische Verlegung von Bleuchtungskabeln unmöglich machten. Auch eine Freileitung war wegen der Bäume nicht sinnvoll umzusetzen. Eine Verlegung im Grünstreifen war wegen der technischen Vorgaben der Bundestraßenbauverwaltung nicht umsetzbar.

 

Die Verwaltung hat sich daher entschlossen, einen Pilotversuch mit leitungsunabhängigen Solarleuchten zu starten. Hierzu wurden im Juni 2017, beginnend vom Ortsausgang Arnums, 3 Solarleuchten aufgestellt.

 

Das neuartige an diesen Leuchtensystemen war die Kombination aus der Energieversorgung durch Solarpaneele und dem Leuchtenkompfsystem mit einer sogenannten Radwegoptik und einer Bewegungsmeldertechnik. Die Leuchten sind im Dauerbetrieb mit 10 % der Lichtleistung geschaltet. Erst wenn der Bewegungsmelder einen Radfahrer erfasste, wurde die Leuchte auf 100 % Leistung hochgeschaltet. Wenn der Radfahrer die Leuchte passiert hatte, schaltete die Leuchte auf den 10 %-Dauermodus.

 

Das größte Problem war die Beschattung des Solarelements durch die Straßenbäume. Zu erproben war, ob die relativ kurze Zeit der direkten Sonneneinstrahlung ausreichte, um die Akkus der Leuchten aufzuladen.

In den ersten Monaten, seit der Aufstellung, gab es zahlreiche technische Probleme, so dass erst Anfang 2018 ein ordnungsgemäßer Betrieb gewährleistet war.

 

Es stellte sich allerdings heraus, dass trotz des sonnigen Jahres 2018 die Akkuaufladung nicht ausreichend erfolgte. Bei einer aktuellen Kontrolle, Ende Oktober, leuchtete nur noch eine Leuchte und stellte schon nach einer Stunde den Betrieb ein.

 

Somit ist der Versuch mit Solartechnik  in diesem Bereich nunmehr als gescheitert anzusehen.

 

Daher hat die Verwaltung  Verhandlungen mit der Straßenmeisterei Wennigsen, die für die Unterhaltung des Radweges zuständig ist, aufgenommen. Eine Verlegung von Straßenbeleuchtungskabeln im Grünstreifen zwischen dem Radweg und der Fahrbahn der B 3 ist derzeit technisch nicht möglich, da die Vorschriften des Bundes nur eine Verlegung des Kabels neben der Fahrbahn, in einer Tiefe von ca. 1,40 m, zuließen. Diese Vorgabe ist technisch nicht umzusetzen, da in dieser Tiefe schon die Abwasserdruckleitung der Stadt liegt und ein Leitungsgraben von dieser Tiefe mit einer Grabenbreite von 1,2 m die Fahrbahn und die Oberfläche des Radweges beeinträchtigen würde.

Die Vorgabe der Verlegetiefe des Beleuchtungskabels gilt für Anlagen des Bundes.

 

Der Abschnitt der B 3 zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld soll nach vollständiger Fertigstellung der Ortsumgehung jedoch in die Baulast der Stadt übergehen. Dann gilt diese Vorschrift nicht mehr und die Stadt könnte somit die Verlegetiefe der Leitung festlegen. Erforderlich ist aus Sicht der Verwaltung nur eine Verlegetiefe der Kabel von 60 cm. Dann könnte die Leitung über der Abwasserdruckleitung verlegt werden.

 

Allerdings ergibt sich die Möglichkeit einen Teil der Parzelle des Bundes, nämlich den Grünstreifen, den Radweg und die Grabenparzelle östlich des Radweges vorzeitig in die Baulast der Stadt zu übernehmen. Dann könnte die Stadt jetzt schon in angemessener Tiefe Leitungen im Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg verlegen und somit eine konventionelle, leitungsbetriebene Straßenbeleuchtung zu bauen. Die Leuchten würden östlich des Radweges aufgestellt und die Leitungsführungen zu den Leuchten jeweils den Radweg querend verlegt.

Mit der vorzeitigen Übernahme des Radweges geht die Baulast und Unterhaltungsverpflichtung dieser Anlagen an die Stadt über. Dazu zählt sowohl die Verkehrssicherungspflicht, die Staßenreinigung, der Winterdienst, als auch die Reinigung des Grabens. Zudem sind dann auch die Straßenbäume in der Unterhaltungsverpflichtung der Stadt.

 

Für eine vorzeitige Übernahme der Baulast, ist ein Ratsentscheid erforderlich, der von der Verwaltung für das Frühjahr 2019 vorbereitet werden könnte. Sollte der Rat sich nicht zu einer vorzeitigen Übernahme der Baulast entscheiden können, kann erst nach der Übernahme der B 3alt ein Bau der Straßenbeleuchtung erfolgen. Das Übernahmeverfahren könnte sich allerdings durchaus über einige Jahre hinziehen, so dass die Möglichkeit zum Bau der Anlage frühestens 2021 erfolgen könnte.

 

Die Erstellung einer leitungsversorgten Straßenbeleuchtung wird gemäß eines vorliegenden aktuellen Angebotes der Avacon allerdings ca. 140.000 € kosten. Auch hier ist eine moderne LED-Beleuchtung mit Radwegoptik und Bewegungsmeldertechnik geplant, um den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Die Kosten liegen deutlich über den bisher geschätzten und im Haushaltsentwurf 2019 eingestellten Mitteln in Höhe von 75.000 €. Grund ist u. a. die aufwändige Fundamentierung der Leuchten im Böschungsbereich des östlich des Radweges gelegenen Grabens. Um die Maßnahme umsetzen zu können, müßte der Haushaltsansatz 2019 entsprechend angepasst werden.

 

Die Radwegbeleuchtung würde vom Ortsausgang Arnums bis zur geplanten Endhaltestelle der Stadtbahn erfolgen. Ein Ausbau bis zur Kreuzung Weetzener Landstraße ist nicht sinnvoll, da der Radweg, im Zuge des Stadtbahnbaus bis 2023 vollständig und in veränderter Trassenführung neu gebaut wird.

 

Die abgebauten Solarleuchten könnten an anderer Stelle verwandt werden.

 

Die Haushaltsmittel in Höhe von bisher 75.000 € sind von der Verwaltung im Haushalt 2019 neu angemeldet worden und müßten auf 140.000 € aufgestockt werden, wenn an dem Vorhaben festgehalten werden soll.

 

Die Info-DS soll zunächst nur über den aktuellen Sachstand informieren.

 

Die Verwaltung bereitet zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt eine Beschlussdrucksache vor und wird nochmals Möglichkeiten der Kostenreduzierung prüfen.

 

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Anlage(n):