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Ratsinformationssystem

Vorlage - 569/2021  

Betreff: Hochwasserschutzplanung; Sachstandsbericht
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsdrucksache
Federführend:Abteilung 2.32 - Sicherheit und Ordnung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Feuerschutz Kenntnisnahme
08.03.2021 
12. Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz zur Kenntnis genommen   
Verwaltungsausschuss Kenntnisnahme
Rat der Stadt Hemmingen Kenntnisnahme
25.03.2021 
30. Sitzung des Rates der Stadt Hemmingen zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Wie in der Drucksache 546/2020 beschrieben, führte die Projektgruppe Hochwasserschutz im Januar eine erste Befahrung zur Begutachtung der neuralgischen Punkte, die zur Hochwasserbekämpfung relevant sind, statt.

 

An dieser Befahrung nahmen neben dem Bürgermeister und Vertretern der Fachbereiche 2 und 3 auch der Stadtbrandmeister, sein Stellvertreter, die Ortsbrandmeister der von Hochwasserlagen besonders betroffenen Ortswehren Hemmingen-Westerfeld und Wilkenburg sowie Fachplaner des THW, Ortsverband Springe.

 

Es stellte sich schnell heraus, dass die Fachplaner des THW durch ihre Erfahrungen in Bezug auf extremere als die in Hemmingen bisher bekannten Wasserstände wertvolle Informationen geben konnten.

 

Ziel der Befahrung war es, die durch frühere Hochwasserereignisse, aber auch durch aktuelle Wasserstands- und Fließpfadkarten bekannten kritischen Punkte zu besichtigen und einen ersten Eindruck über die grundlegenden Problematiken der vulnerablen Punkte, sowie Möglichkeiten aber auch Grenzen der Leistungsfähigkeit des Katastrophenschutzes zu eruieren.

 

Als Planungsgrundlage wurde ein sog. HQ100 angenommen. Viele begutachtete Bereiche werden jedoch schon bei niedrigeren Hochwasserständen gefährdet, sodass die möglichen Maßnahmen auch schon vorher eine Schutzwirkung entfalten.

 

Als vulnerable Objekte, beziehungsweise kritische Infrastruktur wurden hierbei einige Pumpwerke, übergeordnete Straßen, sowie die KGS und einige innerstädtische Straßen herausgearbeitet. Hierbei wurde deutlich, dass der Schutz verschiedener Objekte auch unterschiedliche Maßnahmen erfordert.

 

Die detaillierte Ausarbeitung der jeweils erforderlichen Schutzkonzepte wird in den kommenden Wochen durch die Mitarbeitenden der Fachbereiche 2 und 3, wieder unter Zuhilfenahme der Unterstützung des THW, erfolgen.

 

Unter anderem sollen Vergleichsvorführungen verschiedenster mobiler Hochwassersysteme organisiert werden.

 

Planungsgrundlage für die in Drucksache Nr. 546/2020 vorgeschlagene Mittelveranschlagung ist die Beschaffung mobiler Hochwassersperren durch die Stadt Laatzen und die Region Hannover. Die Ausrüstung wird zu gegebener Zeit von der Projektgruppe besichtigt, um auch diese auf Tauglichkeit für die Verwendung im Hemminger Stadtgebiet zu bewerten.

 

Bei der Verwendung mobiler Hochwassersysteme spielen neben den erwarteten Wasserständen, auch die Topografie der Einsatzstelle, sowie ggf. ständig freizuhaltende Durchfahrtsbreiten eine Rolle. Das hat zur Folge, dass vermutlich mehrere Systeme begutachtet werden müssen, ehe die Entscheidung für ein spezifisches System an einer spezifischen Einsatzstelle erfolgen kann. Das angeschaffte System ist dann gegebenenfalls an anderer Stelle nicht einsetzbar, sodass für den nächsten vulnerablen Punkt weitere Vorführungen notwendig werden.

 

Zusätzlich wird eine Möglichkeit erarbeitet, im Bedarfsfall Zugriff auf ausreichend Sand für Sandsäcke, ggf. Sandwälle zu haben. Hiermit in Verbindung stehen auch Überlegungen zur Anschaffung bedarfsgerechter Sandsackfüllmaschinen und die Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten für die Einsatzmittel.

 

Daneben wird geprüft, ob ein dauerhafter Schutz der Pumpwerke durch kleine landschaftsbauliche Veränderungen gewährleistet werden kann. Hierfür werden derzeit Gespräche, unter anderem mit der unteren Wasserbehörde, geführt, um einen rechtssicheren Rahmen der Maßnahmen und damit die vollständige Durchführung gewährleisten zu können.

 

Parallel zur grundsätzlichen Lagebewältigung plant die Projektgruppe auch die Logistik, die hinter künftigen Einsätzen steckt. Weder ist die geplante HQ100 Lage ist von der Stadtfeuerwehr und der Verwaltung alleine zu bewältigen, noch wird die Stadt Hemmingen in der angenommenen Einsatzlage die einzig betroffene Kommune sein. Daher müssen Logistikkonzepte zur Versorgung der Einsatzkräfte – verschiedenster Stadtfeuerwehren und übergeordneter Einsatzkräfte – sowie Evakuierungskonzepte erarbeitet werden. Hierfür müssen auch Gespräche mit anderen Kommunen, ggf. privaten Dritten geführt werden. Ggf. ist auf Platzressourcen in möglicherweise nicht vom Hochwasser betroffenen Kommunen zurückzugreifen.

 

Diese Informationen sind Teil eines wachsenden Konzeptes, das seinen Ursprung in der im Januar durchgeführte Befahrung hatte. In weiteren Terminen und Planungsgesprächen werden diese grundsätzlichen Informationen nun weiterentwickelt. Die Verwaltung wird zu gegebener Zeit über den Fortgang der Planungen informieren.

 


Anlage(n):